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Foto einer analogen Spiegelreflexkamera Nikon F3 HP, Foto: SaSch

P3200! Pourquoi?

Juli 2026

Er gab mir die Freiheit, mit wenig Licht zu fotografieren, als dies noch ein kleines technisches Wunder war: Der Kodak T-MAX P3200, der Schwarzweißfilm mit dem Zauberkorn.

Er gab mir die Freiheit, mit wenig Licht zu fotografieren, als dies noch ein kleines technisches Wunder war: Der Kodak T-MAX P3200, der Schwarzweißfilm mit dem Zauberkorn.

Wir sind praktisch gleichzeitig auf den Profi-Markt gekommen, der T-MAX P3200 und ich. Vorher war ich während meiner Ausbildung mit einer alten Canon A1 und Agfa-APX- oder Ilford HP5-Filmen durch Zirkusmanegen gezogen und hatte versucht, die schnelle bunte Zirkuswelt durch gepushte 400er in schwarzweiß lebendig einzufangen.

Manche Ergebnisse hatten durchaus etwas Künstlerisches. Aber das war damals selten mein Verdienst. Meist spielte dabei Glück die größere Rolle, als eine ausgefeilte Fototechnik oder ein guter Blick.

Als ich 1990 in meiner ersten Fotoredaktion ankam, da hatte sich auch der lichtempfindlichste T-MAX gerade seinen festen Platz in den Fototaschen der Profis erobert. Wobei natürlich – wie so oft – Überzeugungskriege darüber geführt wurden, ob der T-MAX oder der gepushte Neopan 1600 von Fuji nun der bessere war.

Ich persönlich setzte den Neopan 100 immer dann gerne ein, wenn da mehr Licht war. Der war so schön fein und dabei knackscharf. Aber wenn es düster wurde, war der T-MAX nicht zu toppen. Dass er fast zwei Mark teurer war als der Fuji, schmälerte meine Freude über die Ergebnisse durchaus. Aber ich hatte einen netten Kollegen, der mir ab und an ein paar Filme aus dem Redaktionsvorrat in die Fototasche fallen ließ.

So konnte ich mir rasch meine neue Nikon F3HP erarbeiten und stieg endgültig in die Liga der Berufsfotografen auf. Ja, ich gendere hier bewusst nicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Korn

Hier ist es übrigens, das Korn – wenn auch nur von einem T-MAX 400 – aber das waren die gleichen Kristalle.

Warum ich nicht so gern mit Blitz oder anderem künstlichen Licht gearbeitet habe? Da habe ich mich an einen alten Meister gehalten, der da einst sagte:

Man nähert sich auf leisen Sohlen, auch wenn es sich um ein Stillleben handelt. Auf Samtpfoten muss man gehen und ein scharfes Auge haben. […] Kein Blitzlicht, das versteht sich wohl, aus Rücksicht vor dem Licht, selbst wenn es dunkel ist. Andernfalls wird der Photograph unerträglich aggressiv. Das Handwerk hängt stark von den Beziehungen ab, die man mit den Menschen herstellen kann. Ein Wort kann alles verderben, alle verkrampfen und machen dicht.

Henri Cartier-Bresson, 1952
„Images à la Sauvette“

SaSch

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