Ja, ich habe es getan. Schon wieder. Ich habe schon wieder ein neues Blog aufgesetzt. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal habe ich mein Theme selbst gestaltet. Genau so, wie ich es haben wollte. Mit Hilfe von KI.
Von diesem Theme träume ich schon lange. Von genau diesem. Ich hätte es vielleicht mal aufmalen und meinem sehr geschätzten Webmaster zur Umsetzung geben können. Zweifellos hätte Carsten das hinbekommen. Aber zum Einen wollte ich ihn nicht schon wieder nerven – wir haben inzwischen unzählige Seiten miteinander umgesetzt. Ich habe wirklich keinen Überblick mehr darüber, wieviele es bis heute insgesamt waren. Für Kund:innen. Aber auch echt viele für mich.
Und zum anderen hätte ich Hemmungen habt, ihn mit diesen vielen lustigen kleinen Änderungswünschen, die ich im Laufe eines kreativen Prozesses nun mal so habe, zu nerven.
Ticket Falz-Menü:
„Kannst Du das Falz-Menü noch ein bisschen runter ziehen?“ Done.
„Ach nee, das sieht doof aus, schieb wieder zurück.“ Done.
„Kannst Du mir mal diese sechs Fonts einbauen?“ Done.
„Ach, der ist aber auch schön, kannst Du diesen Font mal gegen den tauschen?“ Done.
„Oh, der harmoniert leider nicht mit den anderen, tausch nochmal um…“
Ich weiß, was einige jetzt sagen werden.
„Dann lern doch einfach coden. Bisschen HTML, bisschen CSS, das bekommst Du hin.“
Ja, Ihr habt recht. Nein, ich will nicht. Ich habe 1996 mit HTML aufgehört, als ich merkte, dass sich das mit der Websitegestaltung schneller entwickelt, als ich es lernen will. Ich hatte da schon genug mit Photoshop zu tun, das auch permanent mit neuen Funktionen um die Ecke kam, und ich hatte noch ein Leben.
Seither habe ich Frontpage, tripod.lycos.de, Macromedia Dreamweaver und Fireworks, Blogger und WordPress, nebenbei noch ein paar php-Foren, zwangsweise auch Typo3, Drupal und Contao durchgespielt, und die Themes waren immer fertige Templates, die ich manchmal tagelang suchte, um das passende zu finden. Und die ich dann anpassen konnte oder ließ.
Es gibt ja auch wirklich schöne Templates. Und dank dieser unzähliger Seiten, die ich seit 1996 baue, bin ich auch wirklich fix geworden, diese Templates nach meinen Wünschen anzupassen und mit Struktur und Content zu füllen. Seit über zehn Jahren bin ich auch technisch auf der sicheren Seite. Seitdem kenne ich nämlich Carsten.
Trotzdem war ich bei diesen Templates immer auf irgendwas oder irgendwen angewiesen. Auf irgendeinen Pagebuilder, auf spezielle Plugins. Und trotz allem immer auch auf Carsten, der mir dann doch wieder was zurechtrücken musste. Im Zweifel auch mal meinen Kopf.
Aber jetzt, jetzt gibt es ja Claude. Ich habe dieses Theme gestaltet, indem ich mit Claude ein tiefgehendes Gespräch darüber geführt habe, was mir vorschwebt. Ich habe in Ideen geschwelgt und von einem leichten Theme fabuliert, mit vielen kleinen Gizmo-Details, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Magazinig sollte es sein, und fluffig und ohne Schnickschnack auskommen. Minimalistisch, aber trotzdem irgendwie raffiniert. Fotos im Fokus haben, aber kein Foto-Theme sein, denn ich liebe auch schön gesetzte Texte.
Ehrlich gesagt wollte ich erst gar nicht glauben, dass es klappt. Aber hier könnt Ihr es sehen. Es hat wirklich ganz toll geklappt, und ich bin total begeistert! Und warum hat das so toll geklappt?
Genau! Wegen Carsten.
Carsten hat mich dann nämlich erstmal freundlich gebremst, seinen Multi-Modell-Code-Reviewer drübergucken lassen, und – Überraschung, haha – was hatte ich nicht alles vergessen oder einfach nicht gewusst. Auf alles kommt Claude nämlich auch nicht alleine, wenn man nicht explizit danach fragt.
Also haben Claude und ich noch eine Nachtschicht eingelegt und nachgeschliffen. Und als kein Veto mehr von Carsten kam, hab ich mich getraut, das Theme hochzuladen.
Und da ist es nun. Ich mags.
Und ich werde Carsten immer brauchen, schon allein für den Maschinenraum, Plugins, BackUps, Updates und für die Sicherheit: Wenn irgendwas ist, kann ich Carsten fragen!
Ihm vertraue ich mehr, als jeder KI.
P.S.: Falls Ihr Carsten auch dringend braucht: Hier entlang.